Am 13. April findet in der Kulturwerkstatt KAOS im Anschluss an den Theaterabend “Klara trifft Clara” im Rahmen des Jubiläumsjahres CLARA19 ein Podiumsgespräch mit Publikumsdiskussion statt.
 
Vor über 100 Jahren beschrieb der Autor Frank Wedekind den weiblichen Körper als “in dem männlichen Unternehmungsgeist reserviertes Spekulationsgebiet” und kritisiert in seinem Sittengemälde “Musik” scharf die damalige Gesetzgebung, die mit Hilfe des § 218 von Frauen freiwillig durchgeführte Schwangerschaftsabbrüche mit bis zu 5 Jahren Gefängnis bestrafte. Auch heute über 100 Jahre später ist die sexuelle Selbstbestimmung immer noch und immer wieder ein Thema, wie die öffentlichen Diskussionen rund um den § 219 erneut gezeigt haben.
 
Die SchauspielerInnen, die Regisseurin und der Dramaturg diskutieren im Anschluss an den Theaterabend mit Wedekinds “Musik” und Texten von Clara Schumann über Hürden und den Fortschritt weiblicher Selbstbestimmung mit der in Berlin lebenden Sexualpädagogin Agi Malach. Sie ist als sexpositive Feministin in der Online und Offline – Welt mit Themen rund um Sexualität aktiv und gründete 2015 das Label VULVINCHEN. Podium- und Publikumsdiskussion werden moderiert von der Leipziger Kulturwissenschaftlerin und Übersetzerin Samanta Gorzelniak. Sie promovierte zu Schriftstellerinnen der polnischen Romantik und lebt und arbeitet im Pöge-Haus im Leipziger Osten.
 
„Wie ein Kommentar zur aktuellen „#MeToo“-Debatte. Merke: Neu ist weder die Tatsache, dass die Kulturindustrie manchem Mann die Möglichkeit zu sexuellem Missbrauch verschafft, noch die Kritik daran.“ (LVZ 13.1.19, Mathias Wöbking)

Vorstellungen: 13., 27. Apr, 18., 19. Mai, je 20 Uhr

Eintritt: 9/6 Euro bei Culton Ticket im Peterssteinweg oder in der Kulturwerkstatt KAOS
Es spielen: Sandra Eckardt, Sonia Glade, Romy Marienfeld, Lisa Wilfert, Nils Matzka, Armin Schlegel, Sebastian Starke
Inszenierung: Isabella Hertel-Niemann
Dramaturgie: Nils Matzka
Kostüme: Tara Schmaderer
Fotos: Markus Lochmann